Es begann so harmlos und hatte dennoch Charme,

der Gedanke, Strom aus Windkraft zu gewinnen.

Eine Energie, die sich immer wieder erneuert, und, solange wie Tief- und Hochdruckgebiete durch unsere Atmosphäre ziehen, nie versiegen wird. In einer Gesellschaft, die das Glück des Einzelnen untrennbar mit den Unternehmenserfolgen Weniger koppelt, unterliegt auch der Umgang mit der Natur und Abwägung gesundheitlicher Risiken den Gesetzen der Profitmaximierung. Politik, Staat und die Unternehmensverbände sind in der Energiepolitik eine unheilige Allianz eingegangen.

In diesem Umfeld kann ein schöner Gedanke nicht bestehen, verkehrt sich in das Gegenteil. Es wird zum Ärgernis, zur Last, zieht und zerrt an der Lebensqualität. Denn wenn in nur 1000 m Entfernung von Deiner Wohnung ein Turm von 200 Metern Höhe (Nabenhöhe 150 m) mit Rotorblättern in der Gesamtlänge von 100 m oder mehr gebaut wird, ist nichts mehr so wie vorher. Wenn gleich 10 bis 15 solcher Zementstahlbrocken Dir vor dem Fenster abgelegt werden, dann stehst Du da und staunst. Du wirst Deiner Heimat entfremdet.

Da hat es der Eigentümer der Fläche schon einfacher, er kann mit dem jährlichen Pachtzins sich im schönen Baden-Württemberg, vielleicht im Schwarzwald, eine neue Heimat mieten. Brandenburg, in der Errichtung von Windkraftanlagen in der Spitzengruppe, einer der größten „Spargelanbauer“ Deutschlands, hat 2014 beschlossen, auch die Wälder als Standort auszuweisen. Nein, es war nicht die Lerche, auch nicht die Nachtigall, das schrille Pfeifen erzeugen die kreisenden Windräder.

Die Marketing Fachleute in den Betreiber- u. Produktionsfirmen reden gern von “einer neuen Ästhetik, schwadronieren von einem psychologischen Spannungsfeld zwischen aufrechtem Stahlbeton und gedrungenen Kiefern, Windmühlen Romantik der Moderne“. Die so empfindsam Empfindenden wohnen indes vorzugsweise an der Mosel in einer der landschaftlich reizvollsten Gegenden Deutschlands. Windkraftanlagen sind dort weniger vorhanden, ansonsten eine recht windige Gegend.

Für Brandenburg hat Zukunft schon begonnen. Da wurde vor Jahren begonnen in den Tourismus zu investieren, alte Legenden wurden ausgegraben, mittelalterliche Wallfahrtsorte neu entdeckt, in der Prignitz der Knieperkohl als kulinarische Delikatesse inszeniert und bunte Prospekte gedruckt. Ein erfolgversprechender Versuch.

Statt Familientourismus auf dem Land “werden Touritouren zu den „schönsten“ und höchsten Windkraftanlagen organisiert, Rotoren-seeing. Doch Vorsicht, Helm auf, ab und zu löst sich ein Rotorblatt, was aber nicht relevant sein sollte, denn es geschieht relativ selten und abseits von Fußgängerzonen. Der von den Rotorblättern ausgehende beständige Schattenwurf soll auch nicht so gesund sein. Gesicherte Forschungen gibt es nicht, Gewissheit aber darüber, dass Touristen gehen und Anwohner bleiben.

Für Greifvögel und Fledermäuse sind die Windkraftanlagen Todesfallen. Über 1000 Flieger scheitern jährlich an einem Rotorblatt. Abhängig von vielen Faktoren schwanken die Angaben, egal, sie sind zu hoch, weil hier besonders an den unter Naturschutz stehenden Arten gewütet wird.

Am Anfang ein smarter Gedanke, wurde im Fortgang übertrieben. Tolerant, eher teilnahmslos nahm die Bevölkerung in Brandenburg die Windräder hin. Wenn keine Grenzen gesetzt werden, scheint ein dem Kapitalismus innewohnendes Aggressionspotenzial aktiviert zu werden. Die profitorientierte Wirtschaft und die schludrig wirtschaftende Politik wollen mehr, höher, größer, immer mehr. Still am Bürger vorbei, intransparent und verwirrend wie möglich, werden über die nächsten Jahrzehnte die Äcker vollgepackt und es würde nicht wundern, wenn die nächste technische Generation in 300 m Höhe rotieren würde.

Aber es regt sich Widerstand. Bürgerinitiativen organisieren sich, kritische Nachfrage irritiert die Politik und die antwortet mit interessanten Strategien. Im Kampf um höhere Akzeptanzwerte nutzen sie ihnen bislang ungekannte Kreativität. Sie locken mit Wertschöpfungseffekten, mit Steuern und Pachterträgen, von Bürgerwindkraftanlagen ist die Rede, so als würden die Dorfeinwohner durch finanzielle Beteiligung einen Gewinn abschöpfen können. Die Gemeindepolitiker haben feuchte Finger, gierig auf die kommunalen Erträge sind ihnen die vitalen Interessen ihrer Bürger blowing in the wind. Ein Windrad dürfte mindestens 3 Millionen Euro kosten. Die hiesigen Banken reiben sich die Hände, wenn die Dörfler, um sich als Windkraftbauer zu betätigen, für Kredite Schlange stehen. Nach 20zig Jahren die Kreditraten abbezahlt? Das trifft sich gut, denn die Windkraftanlagen sind für eine längere Laufzeit auch nicht konzipiert.

Die Windkraft Fangruppe ist innovativ, kein strategischer Hebel ist ihr zu anbiedernd, es treibt sie selbst in die Gemeinnützigkeit. Sie gründen Vereine und sponsern Trikots für die Fußballjugend, machen durch allerlei gemeinnützige Spenden von sich reden. Gut Wetter auch bei Gegenwind.

Die Piratenpartei vertritt als einzige Partei konsequent die Interessen der Brandenburger Bevölkerung. Das sollte bemerkenswert sein, denn keine politische Partei hinterfragt so kritisch die Energiepolitik der Landesregierung. Die Partei „Die Grünen“ besitzt nur noch ihr Image, ansonsten Energiewende um jeden Preis, nur den Preis sollen stets die Bürger zahlen. Die große Abzocke rollt. Schon immer haben wir gefordert, dass die Energiewende nicht zu Lasten der Bürger gehen kann.

Der Regionalverband Prignitz-Ruppin lehnt die Ausweitung der Windkraftgebiete ab. Selbst die bestehenden Windkraftanlagen werden ständig durch Hinzunahme weiterer Windräder erweitert – und nun sollen auf Druck der Windbauern bislang verschonte Gebiete in den Landkreisen Prignitz, Ostprignitz und Havelland mit noch gewaltigeren Windrädern verschandelt werden. Für die Anwohner in den betroffenen Gemeinden fordern wir ein umfassendes Mitspracherecht und frühzeitige Einbeziehung in Planung und Durchführung.

Die bereits vorhandenen technischen Möglichkeiten sollen genutzt werden, um die Lärmemission zu verringern. Die durch die Rotorblätter besonders gefährdeten Greifvögel und Fledermäuse müssen geschützt werden. Vermeidbare Eingriffe in das Landschaftsbild lehnen wir ebenso ab wie die Errichtung von Windkraftanlagen in Waldgebieten. Der Abstand zu Wohnanlagen sollte auf 2000 m erweitert werden, Windkraftanlagen vorrangig dorthin, wo die Energie benötigt wird. Offshore-Windkraftanlagen stehen für konstante und kräftige Windbewegungen und stellen durch ihren Standort kein Gefährdungspotenzial für die Bevölkerung dar.

3 Antworten

  1. Susi Perle aus Perleberg sagt:

    Meine Eltern haben es miterlebt. Ihr Leben haben sie in ihrem Dorf zugebracht. Jetzt steht eine Windkraftanlage neben dem Dorf.
    Zuerst haben sie gedacht, dass ist nun mal so. Als die Türme dastanden kamen sie ins grübeln. Grundstückspreise im Keller, Landschaft verbaut, macht kein Spass mehr. Sie überlegen ernsthaft ob sie in die Stadt ziehen sollen.

    Aber Piraten? Bisher habt ihr Euch nicht für die Umwelt stark gemacht. Aber auch ihr könnt lernen.

  2. A. Agnitio sagt:

    Hallo Susi,

    Du hast recht, bisher hatten wir andere Prioritäten. Parteien Forscher behaupten ja, dass die Piratenpartei eine „Stadtpartei“ ist. Allerdings hat die Akzeptanz vom wwww auf dem Land in den letzten beiden Jahren stark zugenommen und die Zusammensetzung der Mitglieder hat sich auch geändert. Ich arbeite im Vorstand der Prignitzer Piraten mit und bei uns sind Massentierhaltung und Windkraftanlagen Hauptthemen. Wir wohnen alle in der Prignitz, vielleicht hat das damit zu tun.
    Transparenz der politischen Vorgänge und MItsprache der Bürger stehen bei uns im Mittelpunkt. Energiepolitik wird da nicht ausgeklammert.
    Bis dann,

  3. A. Agnitio sagt:

    Mit den vier wwww meinte ich natürlich das Internet, ein w zuviel.