Verkehrspolitik, Abstieg auf Raten mit Steuergeldern.

In der Prignitz und in der Ostprignitz-Ruppin werden zwei wichtige Bahnlinien erhalten, vorübergehend. Eigentlich nicht, denn was da als Erfolg verkauft wird ist der besiegelte Abstieg auf Raten. Der Vertrag wurde unterzeichnet, Gegenstand ist die Sicherung der beiden Bahnlinien für die nächsten zwei Jahre. Erstmals fließen hier Steuergelder zu den privaten Betreibern der Strecken. Nach den zwei Jahren soll der Bund die weiteren Mittel zur Verfügung stellen. Eine langfristige Sicherstellung des Betriebs könnte danach durchgesetzt werden, weil die Industrie für ihre Investitionen auch eine langfristige Sicherung der Bahnlinien benötigt. Allerdings sollte in den nächsten zwei Jahren die Bevölkerung auch verstärkt das Bahnangebot wahrnehmen. Klingt kompliziert, ist einfach. Hier darf vorausgesagt werden, dass sich an dem Verhalten der Bevölkerung ganz gewiss nichts ändern wird. Auch die Menschen benötigen langfristige Zusagen, ob sie ein neue Auto oder einen Zweitwagen für die Arbeitsplatz Mobilität benötigen oder darauf verzichten können. Was der Industrie nicht zugemutet wird, sollen die Bürger leisten. Ohne Perspektive, ohne Konzept wird sich nichts ändern.

Wie kann sich überhaupt an der Auslastung der Bahnstrecken etwas ändern, wenn nur für zwei Jahre der Betrieb zugesichert ist? Wieder mal keine Perspektive, wieder mal wird dahin gewurstelt. Ein überzeugendes Konzept wurde nicht vorgelegt. Der Nahverkehr auch weiterhin das Stiefkind der Verkehrspolitik.

 

Vorstand